B.B. und die Schule am Fluss


Mit B.B. und die Schule am Fluß erzählt Detlev F. Neufert zum ersten Mal die Geschichte der jungen heranwachsenden Generation Myanmars aus Sicht eines Teenagers. Und zwar in einem  überaus spannenden, neuen Dokumentarfilmformat: Dem Reality Feature Film. Ein Film, der auch ein neues Schlaglicht auf Fridays for Future wirft. Und gleich mehrfach ausgezeichnet wurde.

Drogen. Klauen. Kühe schlachten: Viel hat nicht gefehlt. Und B.B. wäre im Knast gelandet. Oder schlimmer. Dass der Junge aus dem Hochland Burmas an der Grenze zum Himalaya doch noch die Kurve gekriegt hat, verdankt er weniger einem Wunder als einem Modell, das durchaus auch bei uns Schule machen könnte. Denn „Ferdi Home“ gelingt das, wovon wahrscheinlich jeder Schuldirektor von Neukölln bis Oberschwabing träumt: das friedliche Zusammenleben verschiedener Ethnien unter einem (Schul-)Dach.

Die Sprösslinge so unterschiedlicher burmesischer Ethnien wie Karen, Lisu, Shan und Naga kommen gut miteinander aus, obwohl jede für sich eine eigenständige  Kultur mit ihrem eigenen Dialekt, religiösen Bräuchen und Riten ist. Dazu sind alle Gender vertreten, ein Transvestit gehört ebenfalls dazu. Natürlich gibt es auch Reibereien. „Wenn die Lisu  z. B. nicht wollen“, so das Mädchen Nar Ti Shee, „dass die Shan sie verstehen, sprechen sie ihren eigenen Dialekt. Aber dann gehen die Lehrer dazwischen und verlangen, dass wir alle Burmesisch sprechen.“  Ist es tatsächlich nur die Sprache, die die Schüler eint? Oder gibt es eine andere, stärkere integrative Kraft, die hier das Bild einer offenen, neuen Generation formt?

Der Film gibt eine verblüffende Antwort auf die Frage nach der Partizipation von Kids in einer Welt, die von Erwachsenen dominiert wird. Und nur soviel sei verraten: Die Antwort fällt anders aus, als man es in der westlichen Welt erwartet.

 [Fünf Minuten mit einem Jungen, der es faustdick im Herzen hat.
Der offizielle Trailer zu B.B. und die Schule am Fluss]

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